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Prozessor – Prozessorsockel

von Kay Birkner

Der Prozessorsockel ermöglicht ein einfaches Wechseln des Prozessors auf einem Mainboard. Das ist nicht nur für ein Upgrade praktisch, sondern auch für Reparaturen und dergleichen. Doch was vor vielen Jahren den Umgang mit Rechnern eigentlich vereinfachen sollte, stellt heute vor allem Laien teils vor große Probleme. Denn heute ist der Markt weit unübersichtlicher als noch zu Zeiten des ersten Pentium. Aktuelle Intel Prozessoren sind beispielsweise sowohl für Sockel vom Typ 1055 als auch 1050 und 2011 erhältlich. Auch der Konkurrent AMD hat gleich mehrere Formate am Markt.

Warum gibt es unterschiedliche CPU Sockel?

Die Entwicklung von Prozessoren ist zwangsläufig zum Teil großen Änderungen im Design der Hardware unterworfen. Davon ist letztlich auch der Anschluss, also der Sockel, betroffen. Die Hersteller denken sich die vielen verschiedenen Sockel also nicht aus bösem Willen heraus aus oder weil sie ihre Gewinne steigern möchten, sondern weil die Hardware es einfach voraussetzt. Es gibt aber durchaus auch Weiterentwicklungen an Prozessoren, die keinen neuen Sockel benötigen. Dabei handelt es sich vor allem um interne Entwicklungen, die für den Endnutzer nicht sichtbar sind. Damit lässt sich beispielsweise die Ausbeute erhöhen. Solche Änderungen kommen sogar zum Teil bei ein und demselben Prozessormodell vor, dabei sprechen Intel und AMD dann von neuen Revisionen oder auch Steppings. Interessant ist das vor allem für alle, die ihre CPU gerne übertakten, denn ein bestimmtes Stepping erlaubt nicht selten höhere Taktfrequenzen.
Ein weiteres Beispiel sind die AMD Phenom Prozessoren, die gleich über mehrere Jahre mit dem AM2-Sockel funktionierten. Selbst ältere Boards wurden dabei berücksichtigt, sie benötigten lediglich ein BIOS-Update.

Wie finde ich die richtige CPU für mein Mainboard?

Gerade bei fertigen PCs ist es für den Nutzer meist unmöglich, den jeweiligen Prozessorsockel zu erkennen. Das Handbuch, so überhaupt eines vorhanden ist, gibt darüber in den seltensten Fällen Aufschluss und auch die Händler konzentrieren sich der Erfahrung nach auf ganz andere Verkaufsargumente. Abhilfe schafft jedoch die passende Software. CPU-Z ist ein nützliches kleines Tool, das viele Informationen über die verwendete CPU preisgibt, darunter eben auch der Sockel. So lässt sich leicht herausfinden, welcher Prozessor für ein Upgrade infrage kommt.

Aktuell ist für die meisten Nutzer der Sockel 1050 interessant, da für diesen die meisten Modelle aus der Core i5 und i7 Reihe mit Haswell-Architektur erscheinen. Wer jedoch immer das Maximum an Leistung wünscht, kommt an einem Sockel 2011 Mainboard nicht vorbei, da nur hier die schnellsten Intel-Prozessoren laufen. Freunde von AMD schauen sich hingegen nach einem Mainboard mit AM3+ Sockel um. Ältere Sockel sind nur bedingt empfehlenswert, etwa wenn das alte Motherboard defekt ist und ohne CPU ausgetauscht werden soll. Ansonsten sollten die Teile möglichst zukunftssicher gekauft werden.

Der CPU-Sockel im Wandel der Zeit

Trotz der Probleme mit der Übersichtlichkeit können sich die Nutzer mit den heutigen Sockeln eigentlich glücklich schätzen. Denn in der Vergangenheit gab es noch deutlich unangenehmere Lösungen. In Zeiten vor dem Pentium konnte ein Prozessor beispielsweise auf dem Mainboard nur festgelötet werden. Streng genommen gab es zwar schon einen Sockel, ein Wechsel durch den Endnutzer war aber schlicht nicht vorgesehen. Auch später kam es zu Problemen, da Prozessoren teilweise mit starker Kraft in einen Sockel gesteckt werden mussten und nur mit ebenso viel Kraft wieder entfernt werden konnten. Zum Teil kam es sogar vor, dass dabei das Keramikgehäuse einer CPU zu Schaden kam. Heute gibt es all das nicht mehr. Die Prozessoren gleiten jetzt ohne Kraftaufwand in den jeweiligen Sockel und können mit einem Hebel einfach fixiert werden. Das gelingt selbst einem blutigen Anfänger spielend leicht.

Eine Sonderform waren Prozessoren mit Slots statt Sockel. Diese erinnerten optisch an PCI-Steckkarten und kamen teilweise sogar mit integrierter Kühlung daher. Nötig war diese Bauweise, da der Cachespeicher erstmals auf der gleichen Platine wie der Prozessor angebracht wurde, um eine schnellere Arbeitsgeschwindigkeit zu ermöglichen. Später lösten die Hersteller dieses Problem, indem der Speicher auf dem Prozessor selbst integriert wurde, sodass keine Slotbauweise mehr nötig war. Übrigens gab es auch Slots für eher exotische Prozessoren wie die PowerPC von IBM oder VIA CPUs, für den Endnutzer hatten diese aber keine nennenswerte Bedeutung.

Im Folgenden eine Übersicht über die wichtigsten CPU-Sockel von früher bis heute. Zu beachten ist, dass hierbei kein Anspruch auf Vollständigkeit gestellt wird, stattdessen sollen nur die wichtigsten Sockel kurz vorgestellt werden.

 

Übersicht Intel CPU-Sockel

Sockel Unterstützte CPUs Besonderheiten
Sockel 486 Intel 486
Sockel 1 Intel 486
Sockel 2 Intel 486
Sockel 3 Intel 486
Sockel 6 Intel 486
Sockel 4 Intel Pentium
Sockel 5 Intel Pentium
Sockel 7 Intel Pentium
Sockel 8 Intel Pentium Pro Erster und einziger Sockel für Intel Pentium Pro
Slot 1 Intel Pentium II und Celeron Erster Slot von Intel, technisch gesehen ein Sockel 8
Sockel 479 Intel Pentium M und Celeron M Kam für mobile Prozessoren zum Einsatz
Sockel M Core Solo, Core Duo, Core 2 Solo, Core 2 Duo, Celeron M, Pentium M Erster Sockel für Core Prozessoren, kam nur bei Notebooks zum Einsatz
Sockel P Core 2 Duo, Core 2 Extreme, Pentium Dualcore, Celeron M
Sockel 370 Pentium III und Celeron
Sockel 423 Pentium 4 Bis 2000 MHz
Sockel 478 Pentium 4, Celeron
Sockel 775 Pentium 4, Pentium D, Celeron, Core 2 Duo, Core 2 Quad, Xeon Auch als Sockel T bekannt, flache Kontakte statt Pins
Sockel 603 Xeon
Sockel 604 Xeon
Sockel 1156 Core i3, i5, i7
Sockel 1366 Core i7 Fast ausschließlich für Highend Systeme
Sockel 2011 Xeon, Core i7 Nachfolger von Sockel 1366
Sockel 1155 Core i3, i5, i7, Celeron Sandy Bridge und Ivy Bridge
Sockel 1150 Core i3, i5, i7, Celeron Seit Juni 2013, Haswell Architektur

 

Übersicht AMD CPU-Sockel

Sockel Unterstützte CPUs Besonderheiten
Sockel 3 AMD K5 und K6
Sockel 7 AMD K5 und K6
Slot A AMD Athlon technisch ein spiegelverkehrter Slot 1
Sockel A AMD Athlon (XP, MP), Geode NX, Duron, Sempron Auch als Sockel 462 bekannt
Sockel 563 AMD Athlon XP-M Kam nur für besonders stromsparende CPUs zum Einsatz
Sockel 754 AMD Athlon 64, Sempron, Turion 64
Sockel 939 AMD Athlon 64 (FX, X2), Sempron, Opteron
Sockel 940 AMD Athlon 64 FX, Opteron Erster Sockel mit HyperTransport (HT)
Sockel F AMD Opteron (2000er und 3000er Serie), Quad FX) Sockel für Serversysteme
Sockel AM2 AMD Athlon (64, X2, 64 FX, 64 X2), Opteron, Phenom (X2, X3, X4), Phenom II (X3, X4), Sempron Teilweise BIOS Updates für bestimmte CPUs notwendig
Sockel AM2+ AMD Athlon (64, X2, 64 FX, 64 X2), Athlon II, Opteron, Phenom (X2, X3, X4), Phenom II (X3, X4, X6), Sempron Kompatibel zu AM2
Sockel S1 AMD Mobile Sempron, Athlon 64 X2, Athlon II, Turion (64, 64 X2, X2), Turion II vorwiegend für Notebooks
Sockel AM3 AMD Athlon II (X2, X3, X4), Phenom II (X2, X3, X4, X6), Sempron Support für DDR3-Speicher
Sockel AM3+ AMD Athlon II (X2, X3, X4), Phenom II (X2, X3, X4, X6), Sempron, FX-Serie Kompatibel zu AM3
Sockel FM1 AMD E- und A-Serie, Athlon II
Sockel FM2+ AMD A-Serie
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